27.01.2007 / Rodgau / Dudenhofen
8. Ultramarathon des RLT Rodgau über 50 km
Geschrieben von Steffi Krieg
Wenn die Bären und Igel aufgrund eher milder Temperaturen kaum Winterschlaf halten, dann ist auch die erst vor wenigen Jahren entdeckte Spezies der MuLis ohne Winterpause durchgehend aktiv. Äußere Merkmale zur Bestimmung der MuLis, welche in der gängigen Literatur als eine Unterart des homo sapiens geführt werden, sind die blauen Oberteile. Weiteres Kennzeichen: sie treten zumeist in Rudeln auf, der Rudelführer ist in der Regel stets dabei und zentraler Punkt der Truppe. Die geschlechtspezifischen Merkmale sind denen des homo sapiens identisch, wenngleich oft gängige Strukturen (insbesondere: der Mann als das ?starke Geschlecht?) gerne durchbrochen werden. Als Transportmittel werden handelsübliche PKWs verwendet, die bevorzugt Fortbewegungsart ist jedoch das Laufen. MuLis werden immer und überall zu Fuß, ob beim walking oder running, gesichtet. Nachdem die anfängliche Scheu schnell abgelegt wurde sind mittlerweile an den Wochenende immer mehr Vertreter dieser Gattung zu erblicken. Über die Aufenthaltsorte unter der Woche sind bislang nur wenige Forschungen vorhanden, es wird spekuliert, dass diese ebenso vielfältig wie die einzelnen Charaktere selbst sind. Inzwischen trauen sich die einzelnen Exemplare verstärkt in fremdes Terrain, wobei Sie sich von jeglicher Art Rivalenkämpfen fernhalten und stets friedlich und gut gelaunt unterwegs sind. Die MuLis sind normalerweise tagaktiv, wobei hier in div. Studien keine bevorzugten Tageszeiten zu erkennen waren. Zusammenfassend kann gesagt werden: ein MuLi ist immer und überall laufend unterwegs und hat morgens, mittags und abends stets gute Laune dabei. (So wird es voraussichtlich in der neuen Auflage des Dudens erscheinen.)
All die genannten Eigenschaften konnten aktuell beim 50 km Ultramarathon in Rodgau beobachtet werden. 7 MuLis reisten mit 2 Autos an, in einem saßen die drei ? wie sich später herausstellte ? Finisher-Exemplare. Im zweiten Auto saßen die anderen, welche zur moralischen Unterstützung, aus Liebe zum Laufen und warum auch sonst noch, an diesem Samstagmorgen keine anderen Pläne hatten. Zur besseren Unterscheidung sollen die an diesem Tag beobachteten Exemplare Namen erhalten, nennen wir sie also: Hans-Jürgen (der Rudelführer, deshalb ein Doppelname), Robert, Dagmar und Erich, Thomas, Steffi und Thorsten. Die Paarbildung innerhalb der Gruppe ist auffällig und durch, beim Menschen würde man sagen ?wilde Ehe?, geprägt. Später gesellten sich noch zur moralischen Unterstützung Maria und Uwe Spoor dazu, ebenso Angelika Scal? ? welche nach letzten Beobachtungen vermutlich bevorzugt wegen Thomas in der Kälte ausharrte. Maria und Uwe hingegen waren insbesondere für Steffi und Thorsten eine überraschende Unterstützung, was am Ende zu waren ?Höchstleistungen? anspornte.
Punkt 10 Uhr begann das Rudel zu laufen, Thomas vorweg, Thorsten eher etwas gegen Schluß, der Rest als Truppe formiert. Nachdem die anfängliche Schüchternheit gewichen ist, hat sich zuerst Steffi von der Gruppe gelöst, später traute sich dann gar Robert noch eine Runde im Alleingang zu bewältigen. Zu laufen war eine Runde über 5 km auf überwiegend Waldboden, unbefestigt, teils mit Geröll/Schotter, und für Sehnen und Bänder anspruchsvoll. Die Runde selbst war sehr abwechslungsreich, und sollte von einigen bis zu 10mal gelaufen werden. Nachdem es in der Nacht davor leicht schneite, war die Strecke zunächst mit Vorsicht zu genießen. Durch blauen Himmel und wärmenden Sonnenschein wurde einem jedoch schnell angenehm ?warm? und vereiste Stellen blieben aus. Leider blieb das Wetter nicht so, denn kurze Zeit später hatten alle Teilnehmer mit Schneeregen und eiskaltem Gegenwind auf einem Teilstück zu kämpfen. Aber ein MuLi schreckt vor solch unwirtlichen Bedingungen nicht zurück. Als MuLi gibt man sich stets nur Verletzungen bzw. Krankheiten geschlagen, vernünftig, aber sonst ist man unaufhaltsam! So musste leider Erich seinen Plan, die 10 Runden, sprich 50 km, komplett zu laufen schon nach der Hälfte aufgrund muskulärer Probleme aufgeben. Insider munkeln das dieses MuLi-Exemplar durch Jet-Lag bedingt versehentlich ?Reis essen? und ?Reiswein trinken? verwechselte, jedoch können hierzu keine Forschungsergebnisse vorgelegt werden. Hans-Jürgen führte Dagmar planmäßig zu einer 25km Trainingseinheit, welche ebenfalls ? mit Erich gemeinsam ? nach 5 Runden und rd. 2 h 30 min. beendet wurde. Robert wie schon erwähnt, mutig und motiviert, drehte noch eine 6.Runde und kam nach 30 km und rd. 3 h durch das Ziel.
Thomas, Thorsten und Steffi planten von vornherein ? und konnten dies auch umsetzen ? die volle Distanz. Jeder hat dabei seine persönlichen Ziele für diesen jeweils ersten Ultralauf erreicht: Thomas wollte unter 4:30 bleiben (geschafft mit 4:19:23), Steffi einmal und Thorsten 2mal überrunden (auch geschafft). Steffi ist mit 4:52:11 unter 5 h geblieben und hat Thorsten einmal überrundet, Thorsten wollte es schaffen (hat er!) und unter 5:30 bleiben (hat er auch, mit 5:28:37). Ungeplant aber umso erfreulicher: Steffi hat Platz 3 in der WHK belegt.
Zehn Runden laufen ist reine Kopfsache ? aber es zeigt sich immer wieder: MuLis sind eben Dickköpfe! Die Veranstaltung war hochprofessionell organisiert, die Siegerehrung wurde zügig in der Sporthalle durchgeführt. So wundert es nicht, dass auch zahlreiche Lauftiere aus entfernten Regionen unter den Teilnehmern waren. Aufgrund der Bibchip Messung konnte jeder seine Nettozeit gewertet bekommen. Dies war angesichts des Teilnehmerrekords in diesem Jahr sehr nützlich, vergingen doch bis zu 2 Min. nach Startschuss bis die Letzten die Startlinie überquerten. Gut auch für die Nachzügler, welche den Start verpennt hatten! Aber das ist kein Wunder, denn der Fußweg zum Start/Ziel-Bereich zog sich über fast 1 km Länge. Streng genommen sind den offiziell gelaufenen km also noch ca. 2 km Hin- und Rückweg zuzurechnen. Das übliche Problem: zwar an sich schöne Duschen, welche jedoch mit zunehmender Nutzung kälter wurden. So wurden die letzten Duschenden im warten Sinn des Wortes ?kalt gemacht?.
Inwieweit sich die Spezies MuLi auch in Zukunft auf neuem Terrain bewegt bleibt abzuwarten. Jedenfalls freuen sich Beobachter stets über Zuwächse in der Population, welche seit Entdeckung vor einigen Jahren jährlich verzeichnet werden konnten. Der Zusammenhalt der Gruppe wird trotz kleiner Rivalitäten ? hierbei geht es immer nur um Laufkilometer ? groß geschrieben. Und so fuhren alle fröhlich wieder zurück in den heimatlichen MuLi-Wald, wo jeder einzeln für sich oder in der Gruppe gemeinsam Woche für Woche seine Runden dreht und neuen Pläne schmiedet?Lassen wir uns also überraschen, welche Mutationen diese Gattung noch hervorbringt!
Downloads zum BerichtAll die genannten Eigenschaften konnten aktuell beim 50 km Ultramarathon in Rodgau beobachtet werden. 7 MuLis reisten mit 2 Autos an, in einem saßen die drei ? wie sich später herausstellte ? Finisher-Exemplare. Im zweiten Auto saßen die anderen, welche zur moralischen Unterstützung, aus Liebe zum Laufen und warum auch sonst noch, an diesem Samstagmorgen keine anderen Pläne hatten. Zur besseren Unterscheidung sollen die an diesem Tag beobachteten Exemplare Namen erhalten, nennen wir sie also: Hans-Jürgen (der Rudelführer, deshalb ein Doppelname), Robert, Dagmar und Erich, Thomas, Steffi und Thorsten. Die Paarbildung innerhalb der Gruppe ist auffällig und durch, beim Menschen würde man sagen ?wilde Ehe?, geprägt. Später gesellten sich noch zur moralischen Unterstützung Maria und Uwe Spoor dazu, ebenso Angelika Scal? ? welche nach letzten Beobachtungen vermutlich bevorzugt wegen Thomas in der Kälte ausharrte. Maria und Uwe hingegen waren insbesondere für Steffi und Thorsten eine überraschende Unterstützung, was am Ende zu waren ?Höchstleistungen? anspornte.
Punkt 10 Uhr begann das Rudel zu laufen, Thomas vorweg, Thorsten eher etwas gegen Schluß, der Rest als Truppe formiert. Nachdem die anfängliche Schüchternheit gewichen ist, hat sich zuerst Steffi von der Gruppe gelöst, später traute sich dann gar Robert noch eine Runde im Alleingang zu bewältigen. Zu laufen war eine Runde über 5 km auf überwiegend Waldboden, unbefestigt, teils mit Geröll/Schotter, und für Sehnen und Bänder anspruchsvoll. Die Runde selbst war sehr abwechslungsreich, und sollte von einigen bis zu 10mal gelaufen werden. Nachdem es in der Nacht davor leicht schneite, war die Strecke zunächst mit Vorsicht zu genießen. Durch blauen Himmel und wärmenden Sonnenschein wurde einem jedoch schnell angenehm ?warm? und vereiste Stellen blieben aus. Leider blieb das Wetter nicht so, denn kurze Zeit später hatten alle Teilnehmer mit Schneeregen und eiskaltem Gegenwind auf einem Teilstück zu kämpfen. Aber ein MuLi schreckt vor solch unwirtlichen Bedingungen nicht zurück. Als MuLi gibt man sich stets nur Verletzungen bzw. Krankheiten geschlagen, vernünftig, aber sonst ist man unaufhaltsam! So musste leider Erich seinen Plan, die 10 Runden, sprich 50 km, komplett zu laufen schon nach der Hälfte aufgrund muskulärer Probleme aufgeben. Insider munkeln das dieses MuLi-Exemplar durch Jet-Lag bedingt versehentlich ?Reis essen? und ?Reiswein trinken? verwechselte, jedoch können hierzu keine Forschungsergebnisse vorgelegt werden. Hans-Jürgen führte Dagmar planmäßig zu einer 25km Trainingseinheit, welche ebenfalls ? mit Erich gemeinsam ? nach 5 Runden und rd. 2 h 30 min. beendet wurde. Robert wie schon erwähnt, mutig und motiviert, drehte noch eine 6.Runde und kam nach 30 km und rd. 3 h durch das Ziel.
Thomas, Thorsten und Steffi planten von vornherein ? und konnten dies auch umsetzen ? die volle Distanz. Jeder hat dabei seine persönlichen Ziele für diesen jeweils ersten Ultralauf erreicht: Thomas wollte unter 4:30 bleiben (geschafft mit 4:19:23), Steffi einmal und Thorsten 2mal überrunden (auch geschafft). Steffi ist mit 4:52:11 unter 5 h geblieben und hat Thorsten einmal überrundet, Thorsten wollte es schaffen (hat er!) und unter 5:30 bleiben (hat er auch, mit 5:28:37). Ungeplant aber umso erfreulicher: Steffi hat Platz 3 in der WHK belegt.
Zehn Runden laufen ist reine Kopfsache ? aber es zeigt sich immer wieder: MuLis sind eben Dickköpfe! Die Veranstaltung war hochprofessionell organisiert, die Siegerehrung wurde zügig in der Sporthalle durchgeführt. So wundert es nicht, dass auch zahlreiche Lauftiere aus entfernten Regionen unter den Teilnehmern waren. Aufgrund der Bibchip Messung konnte jeder seine Nettozeit gewertet bekommen. Dies war angesichts des Teilnehmerrekords in diesem Jahr sehr nützlich, vergingen doch bis zu 2 Min. nach Startschuss bis die Letzten die Startlinie überquerten. Gut auch für die Nachzügler, welche den Start verpennt hatten! Aber das ist kein Wunder, denn der Fußweg zum Start/Ziel-Bereich zog sich über fast 1 km Länge. Streng genommen sind den offiziell gelaufenen km also noch ca. 2 km Hin- und Rückweg zuzurechnen. Das übliche Problem: zwar an sich schöne Duschen, welche jedoch mit zunehmender Nutzung kälter wurden. So wurden die letzten Duschenden im warten Sinn des Wortes ?kalt gemacht?.
Inwieweit sich die Spezies MuLi auch in Zukunft auf neuem Terrain bewegt bleibt abzuwarten. Jedenfalls freuen sich Beobachter stets über Zuwächse in der Population, welche seit Entdeckung vor einigen Jahren jährlich verzeichnet werden konnten. Der Zusammenhalt der Gruppe wird trotz kleiner Rivalitäten ? hierbei geht es immer nur um Laufkilometer ? groß geschrieben. Und so fuhren alle fröhlich wieder zurück in den heimatlichen MuLi-Wald, wo jeder einzeln für sich oder in der Gruppe gemeinsam Woche für Woche seine Runden dreht und neuen Pläne schmiedet?Lassen wir uns also überraschen, welche Mutationen diese Gattung noch hervorbringt!
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